Vorteile des Stillens für Dein Baby

Infektionsschutz

  • Antikörper und Nährstoffe schützen, stärken und fördern die Verdauung

  • Risiko von Allergien / Lebensmittelunverträglichkeiten werden reduziert

  • Grundimmunisierung

  • Weniger Infekte, Mittelohrentzündungen, Darminfekte

  • Bessere Impfverträglichkeit

 

Speziell angepasste Milch für das Baby

  • Inhaltsstoffe speziell auf Ihr Baby und dessen Entwicklungsphase angepasst

  • Speziell angepasst an Tag/Nacht-Rhythmus, Geschlecht des Kindes und Umgebung

 

Stärkung für den Babydarm

  • Darmversiegelung und Stabilisierung

  • Reduziert Zellschäden um 75% / fördert Heilung

  • Beste Schutz vor NEC um 85%

  • Fördert Wachstumg von Bifidobakterien / Aufnahme von Vitaminen

 

Positiver Einfluss auf die Entwicklung des Nervensystems

  • Verbindung der Synapsen –

  • Myelinisierung der Nervenzellen-

  • fördert die neuronale Entwicklung und beschleunigt die Reizleitung

  • Reduziertes SIDS-Risiko um 50%

  • Programmierung des Sättigungsgefühls

 

Vorteile für Dich als Mutter

  • Sehr praktisch und stressfrei

  • Stillen “macht glücklich“ und stärkt die Bindung zu Deinem Baby durch Ausschüttung von Hormonen

  • Gewichtsreduktion

 

Stillen ist gut für den Körper und die Gesundheit!

  • Gebärmutter bildet sich schneller zurück

  • geringeres Risiko für Eierstockkrebs, Brustkrebs und Osteoporose

 

Veränderungen und Pflege der Brust in der Schwangerschaft

  • Nicht abhärten!

  • Montgomerydrüsen bilden ein pflegendes Lubrikat

  • Während Schwangerschaft und in der Stillzeit keine Seifen oder Duschgels verwenden, klares Wasser genügt!

                                                       

Wirkung der Hormone

  • Hormon Prolaktin – Milchproduktion

  • Hormon Oxytocin - Milchspendereflex

  • Angebot und Nachfrage: Je größer und häufiger die Nachfrage und die Stimulation durch das Stillen, desto mehr Milch wird produziert.

 

Bonding und Hautkontakt

  • Hormon Oxytocin: Bindungshormon

  • direkt nach Geburt (spontan oder sectio) Bonding und so oft wie möglich Hautkontakt / Känguruhen

  • Anlegen wenn möglich noch in der ersten Stunde nach Geburt - erste Stillerfahrung ist sehr prägsam für das Baby und beeinflusst die weitere Stillbeziehung

  • Positiver Einfluß auf die Temperaturregelung, Blutzucker und neg. Basenüberschuss des Säuglings

  • Bei frühem Bonding weniger Weinen und effektiveres Saugen an der Brust

 

Zusammensetzung der Muttermilch

  • erste Muttermilch wird Kolostrum genannt: viel Immunglobuline, fördert Mekoniumausscheidung, nährstoffreich, Entleerung wichtig für die Milchbildung

  • mit steigender Milchmenge dann reife Frauenmilch

  • Zusammensetzung beeinflusst durch das Gestationsalter bei der Geburt, Milchmenge, Geburtenzahl, Gesundheitszustand und Lebensgewohnheiten der Mutter

  • Zusammensetzung: Wasser, Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate, wasser- und fettlösliche Vitamine, Zellen, Hormone, Mineralien und Spurenelemente

  • Fettgehalt nachts am höchsten, in der Hintermilch höher als in Vordermilch

  • erste Milch dient als Durstlöscher

  • Eiweißgehalt im Kolostrum am höchsten

  • Eiweiß in der Muttermilch ist leichter verdaulich als das in der Säuglingsnahrung oder Kuhmilch und sorgt für weicheren Stuhl

  • Kohlenhydrate hauptsächlich aus Laktose, Gehalt steigt stark mit der Milchmenge an

  • Vitamine abhängig vom Vitaminstatus der Mutter

  • Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich immer wieder um den Bedürfnissen des Säuglings gerecht zu werden

 

Magengröße eines Neugeborenen

  • 1.Tag wie eine Murmel (5-7ml)

  • 3.TagTischtennisball (22-27ml)

  • 10.Tag mittelgroßes Hühnerei (45-60ml)

 

Stillen nach Bedarf

  • auf erste Hungeranzeichen achten

  • ungefähr 8 bis 12 mal in 24 Stunden oder mehr

  • häufiges Anlegen wann immer das Baby trinken möchte ist wichtig für Milchbildung und Darmentleerung des Babys

 

24-Stunden-rooming- in

  • intensive, ununterbrochene Zweisamkeit hilft Mutter und Kind sich kennenzulernen

  • dadurch ist mehr Hautkontakt möglich

  • dabei lernst Du die frühen Stillzeichen und Signale Deines Babys wahrzunehmen und entsprechend frühzeitig darauf zu reagieren

  • fördert Selbstvertrauen und Selbständigkeit

  • Hilfestellung von Still - und Laktationsberaterinnen frühzeitig bei Problemen anfordern!

 

Hungerzeichen

  • Suchbewegungen des Köpfchens

  • Saugbewegungen und Aufreißen des Mundes

  • Händchen zum Mund

  • schmatzen und saugen an allem, was in die Nähe des Mundes kommt

  • anlegen bevor es hektisch wird und schreit!

 

"Milcheinschuss"

  • nach ca. 2-4 Tagen nach der Entbindung

  • unangenehme Brustrüsenschwellung / überhöhter Milcheinschuß durch häufiges Stillen und korrektes Anlegen geringer

  • Tiefdruckmassage bei starker Schwellung!

  • Erwärmung und Venenzeichnung an der Brust

  • Milchmenge steigt in dieser Phase sehr stark an

Milchspendereflex

  • durch Ausschüttung des Hormons Oxytocin

  • Oxytocin lässt die Milch fliessen

  • Bei Stress und schlechtem Milchspendereflex sind Massagen und intensiver Hautkontakt hilfreich,  sowie der Anblick und der Geruch des Babys förderlich

  • Faktoren, wie Stress, Nikotin oder Alkohol hemmen den Reflex

 

Ernährung  und Medikamente in der Stillzeit

  • gesund und ausgewogen ernähren

  • essen, was Du selbst gut verträgst

  • Ausnahme Salbei und Pfefferminztee

  • nach Durstgefühl trinken

  • Stilltees, Malzgetränke und alkoholfreies Weißbier haben keinen nachweißlichen Effekt auf die Milchbildung, dürfen aber getrunken werden

  • Milchfördernd sind Bockshornkleesamen in Form von Kapseln

  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten!

  • die meisten Medikamente sind beim Stillen kein Problem, sie sollten aber immer mit dem jeweiligen Arzt abgesprochen werden und/oder unter https://www.embryotox.de  informieren

Stillpositionen

 

Es gibt verschiedene Positionen, in denen gestillt werden kann. Es ist auch zum Vorteil die Positionen zu wechseln, um eine gute Entleerung der gesamten Brust zu erreichen.

Zur guten Unterstützung beim Stillen kann  in der Anfangszeit ein festes Kissen (wie zum Beispiel das Stillkissen von BabyWild) sehr hilfreich sein

Die klassische Wiegehaltung

Rückenhaltung

Stillen im Liegen

Entgegengesetzte Wiegehaltung -

für den Anfang, wenn das Anlegen eher schwierig ist

  • Baby liegt Bauch an Bauch vor der Mutter

  • Kopf liegt in der Hand der Mutter - dadurch kann Sie gut den Suchreflex auslösen

  • wenn der Mund weit genug geöffnet ist das Baby an die Brust führen

  • hilfreiche Position bei Stillbeginn und in den ersten Wochen

 

Hoppe-Reiter-Haltung: bei starkem Reflux oder Frühgeborenen

Korrektes Anlegen und Saugen

  • bequem mit geradem Oberkörper sitzen, oder leicht zurückgelehnt,Schultern sollen entspannt sein

  • Hautkontakt ist sehr förderlich

  • Das Kind liegt Bauch an Bauch zur Mutter, das Ohr, die Schultern und Hüfte bilden eine gerade Linie

  • Beim Anlegen sollte sich der Mund des Babys in Höhe der Brustwarze befinden

  • Durch Berührung der Lippen wird der Saugreflex ausgelöst, der Mund öffnet sich weit, das Kind wird durch Arm/Hand Unterstützung der Mutter zur Brust geführt ( nicht umgekehrt)

  • Die Lippen sind aufgestülpt, man sieht das innere Lippenrot, die Zunge des Babys überdeckt die Zahnleiste, der Mund ist weit geöffnet

  • Nase und Kinn haben Kontakt zur Brust

  • Man sieht die Schluckbewegungen bis hin zum Ohr/Ohrläppchen, Pustebäckchen sind sichtbar, das Baby saugt in Schüben mit Pausen

  • Die Mutter spürt vielleicht den Milchspendereflex, eventuell Uteruskontraktionen

  • Es darf nicht weh tun!!!

  • Wenn es schmerzhaft ist, den Sog vorsichtig lösen, indem die Mutter den Finger in die Mundwinkel und zwischen die Kieferleisten des Babys schiebt. Dann kann erneut angelegt werden.

Umgang mit Muttermilch

 

Aufbewahrung und Haltbarkeit von Muttermilch

 

Muttermilch kann per Hand oder durch eine Milchpumpe in ein sauberes, verschließbares Gefäß abgefüllt werden

  • Raumtemperatur: 19-22°C 6-8 Stunden

  • Kühlschrank: 0-4°C (hintere Kühlschrankwand) 4 Tage

  • Gefrierfach: -13 °C3-4 Monate

  • Gefrierschrank: -18° C 6 – 12 Monate

  • Transport: in einem Isolierbehälter oder Tasche mit Kühl-Elementen 24 Stunden

 

Auftauen und Erwärmen

  • im Kühlschrank über 24 Stunden, bei Zimmertemperatur oder langsam in einem warmen Wasserbad

  • Nie in der Mikrowelle aufwärmen oder auftauen!

  • nicht über 36 Grad erwärmen

  • Aufgetaute Milch innerhalb von 24 Stunden, erwärmte innerhalb einer Stunde verbrauchen

  • Reste einer Mahlzeit immer entsorgen

 

Handentleeren der Brust

 

Damit die Milch fließt, ist es wichtig, dass der Milchspendereflex ausgelöst wird. Mach es Dir bequem, lege eine feucht-warme Kompresse zur Erwärmung auf die Brust. Massiere durch sanfte kreisförmige Bewegungen die Brust, das erleichtert die Milchgewinnung.

Die Brust wird in die Hand genommen, Daumen und Zeigefinger formen ein "C" um die Brustwarze und liegen mit den Fingerspitzen ca. 2-3 cm hinter dem Warzenhof. Die Brustwarze sollte auf einer imaginären Verbindungslinie zwischen der Spitze des Daumens und des Zeigefingers liegen. Die Brust wird mit den übrigen Fingern leicht angehoben. Anschließend sollten folgende Bewegungen durchgeführt werden:

Schritt 1: Daumen und Fingerspitzen drücken waagrecht in Richtung Brustkorb

Schritt 2: Daumen und Zeigefinger werden anschließend mit leichtem Druck auf das Brustgewebe nach vorne zur Brustwarze geführt - ohne auf der Haut zu rutschen - und schieben dabei die Haut des Brustwarzenhofs zusammen, ohne dabei Schmerzen zu verursachen. Auf diese Weise wird Milch aus der Brust entleert.

Schritt 3: Damit wieder Milch nachfließen kann, wird die Brust anschließend locker gelassen, Finger und Daumen gehen in ihre Ausgangsposition zurück, die Haut des Warzenhofes glättet sich wieder. Bei diesem Schritt darf kein Druck auf das Brustgewebe ausgeübt werden

Nun wird wieder von vorne begonnen. Die Entleerung sollte den Rhythmus eines stillenden Babys nachahmen. Sobald der Michfluss versiegt, entleere weitere Bereiche der Brust, indem Du die Position von Daumen und Fingern um die Brustwarze herum änderst und anschließend die Hand wechselst.

Abgepumpte oder handentleerte Muttermilch kann auf verschiedene Weisen dem Baby gegeben werden.

Um eine Saugverwirrung zu vermeiden: zum Zufüttern von Muttermilch einen kleinen Becher, Fingerfeeder oder Brusternährungsset verwenden. Beruhigungssauger (Schnuller) in den ersten Wochen zurückhaltend einsetzen,  nach Ausprägung und Intensität des Saugbedürfnisses. Ist das Stillen etabliert, kann auch abgepumpte Muttermilch über eine Flasche gefüttert und ein Schnuller angeboten werden.

 

 

Komplikationen

Milchstau

 

Von einem Milchstau spricht man, wenn entweder durch verstopfte Milchgänge die Milch nicht weiter fliessen kann oder die Brust nicht ausreichend entleert wird. Es entstehen dadurch berührungsempfindliche Knoten oder Verhärtungen. Häufig treten sie im oberen, zur Schulter zeigenden Bereich der Brust auf. Diese Verhärtungen können sich ausweiten und immer schmerzhafter werden. Das Wichtigste ist, die Brust besonders in diesem Bereich zu entleeren!

In diesem Fall bitte eine Stillberaterin kontaktieren!

 

Vorbeugung

  • Einnahme von Lecithin (flüssig in der Apotheke erhältlich oder auch in dunkler Schokolade)

  • Stress vermeiden

  • Die Brust gut entleeren. Auf effektives Saugen und Anlegen des Babys achten

  • Stillpositionen wechseln

 

Mastitis

 

Wird ein Milchstau nicht behandelt oder behoben, kann das zusätzlich zu einer Mastitis führen, einer Entzündung des Brustgewebes, wobei eine Infektion auftreten kann. Meist ist eine Mastitis von hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen begleitet.

In diesem Fall sofort eine Stillberaterin, Arzt oder Klinik aufsuchen!

 

Vorbeugung

  • frühzeitige Behandlung und Beheben eines Milchstaus

  • Stress meiden

  • korrektes Anlegen

 

Wunde Mamillen

 

Für wunde Brustwarzen kann es viele Gründe geben. Meist ist das Baby nicht korrekt angelegt und saugt nicht effektiv. Häufig haben die Säuglinge zu wenig Brust im Mund und drücken mit Ihren Kieferleisten direkt auf die Brustwarze. Weitere Gründe können eine Pilzinfektion sein oder ein zu kurzes Zungenbändchen beim Säugling.

 

Vorbeugung

  • korrektes Anlegen, bei Schmerzen sofort korrigieren wie im Kurs geübt, klappt es nicht, dann den Sog des Babys lösen und erneut anlegen

  • rechtzeitig, bei ersten schmerzhaften Anzeichen Beratung durch eine zertifizierte Stillberaterin anfordern

  • bei Verdacht auf Pilzinfektion oder zu kurzes Zungenbändchen den Frauenarzt/ Kinderarzt aufsuchen

 

Herpes bei der Mutter während der Stillzeit

 

Bei Erstinfektion der Mutter mit Herpesviren muss eine Stillpause bis zur Abheilung eingelegt werden. Während dieser Zeit unbedingt regelmäßig abpumpen, um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten. Bei Zweitinfektion darf weiter gestillt werden unter Beachtung strengster Hygienemaßnahmen inklusiv Mundschutz!

Bedeutung der Bindung zwischen Eltern und Kind

Bindung entsteht durch gegenseitige gemeinsame Erfahrungen und intensive Zeit. Sie erneuert sich ständig, da sich ein Baby weiterentwickelt und sich seine Bedürfnisse und sein Bindungsverhalten immer wieder verändern. Wie stark sich ein Kind an seine Eltern bindet, hängt sehr wesentlich von der Zeit und Qualität der Zeit ab, die es mit Ihnen verbringt, sowie von elterlichen Fähigkeiten wie Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen.

Bereits nach der Geburt bindet sich das Baby instinktiv an diejenigen Personen, die es umsorgen und mit denen es vertraut ist. Zum Beispiel erkennt es schon gleich die Stimme der Mutter und des Vaters. Aber auch die Eltern binden sich an ihr Kind. Wie stark, ist wiederum abhängig von den gemeinsamen Erfahrungen und der Zeit, die sie mit ihrem Kind verbringen. Deshalb ist es auch so wichtig, Mutter und Baby nach Geburt nicht zu trennen, sofern keine medizinschen Indikationen dafür bestehen. Die biologischen Eltern eines Kindes zu sein, ist eine gute emotionale Voraussetzung, garantiert aber keine Entwicklung einer sicheren Bindung.

 

Es sollte daher das Ziel aller Eltern sein, besonders in den ersten Lebenswochen und in den so bedeutenden, prägenden ersen drei Lebensjahren, möglichst umfassend mit dem Kind vertraut zu werden und Zeit mit ihm zu verbringen. Zeit und liebevolle Zuwendung sind das kostbarste Gut, das Eltern ihren Kindern geben können, als stabiles Fundament für seine Entwicklung und sein weiteres Leben.

Während des Stillens hat das Neugeborene viel Hautkontakt, es kann die Mama riechen, Bindungshormone werden bei beiden ausgeschüttet und durch den optimalen Abstand zum Gesicht der Mutter kann ein Säugling dieses schon erkennen. Es entsteht Vertrautheit, Nähe und Geborgenheitsgefühl. Das sind optimale Grundlagen für psychisches Wohlbefinden und für eine gesunde Entwicklung.

Stillen ist daher eine gute Möglichkeit, diesen Prozess zu fördern und eine positive Entwicklung zu unterstützen!

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