Säuglingspflege - "Baby lesen"

Körperpflege

Augen:

  • verklebte Augen mit warmen, abgekochtem Wasser oder NaCl 0,9% und einer sterilen Kompresse von außen nach innen auswischen.
  • Vor Sonneneinstrahlung schützen! Im Sommer z.B. durch einen Sonnenschutzschild, Sonnenschutzsegel im Kinderwagen, im Winter durch eine Sonnenbrille

 

Nase:

 

  • Atmung durch die Nase immer gewährleisten

  • Bei Schnupfen und Erkältung die Nase mit einer Kochsalzlösung 0,9% spülen um die Schleimhäute feucht zu halten / evtl. mit Kochsalzlösung inhalieren (Pariboy)

  • Falls notwendig Nasentropfen für Säuglinge verwenden (Druckausgleich Flugzeug: schlucken lassen)

  • Keine Nasensprays bei Säuglingen bis zum 1. LJ verwenden

  • Normales Sekret mit Hilfe eines eingedrehten Kosmetiktuches säubern

  • Keine Wattestäbchen jeglicher Art benutzen

  • Keine Tücher oder Kuscheltiere zum Einschlafen über das Gesicht legen!!!

 

Ohren:

 

  • Keine Ohrenstäbchen verwenden. Auch keine Baby-Ohrenstäbchen!

  • Mit einem eingedrehten Kosmetiktuch die Ohrmuschel säubern

  • Hinter dem Ohr Belag mit etwas Öl einweichen und mit einem Kosmetiktuch abwischen

 

Kopf:

 

  • Vorsicht bei der Fontanelle des Babys. Keinen Druck ausüben!

  • Kopfgneis kann mit Öl eingeweicht und vorsichtig mit Läusekamm abtragen werden

Faltenpflege:

 

  • Tägliche Faltenpflege: Leiste, Po und vor allem Halsfalte (dort sammeln sich oft Milchreste und Feuchtigkeit)

  • prophylaktisch einmal am Tag mit einem in Öl getränktem Kosmetiktuch die Halsfalte reinigen

 

 

Nabelpflege:

 

  • Vor der Pflege immer die Hände waschen

  • Der Nabel trocken halten - unterhalb des Nabels wickeln - Windel wie gezeigt einschlagen

  • Nabelrest soll von alleine abfallen, nicht abzupfen!

  • Solange die Klemme noch am Nabel ist, diesen mit einer sterilen Kompresse umwickeln

  • Bei Rötung um den Nabel betreuende Hebamme oder Kinderarzt informieren, bei nässendem oder eitrigem, geblichen Schmieren des Nabels direkt den Kinderarzt aufsuchen!

 

 

Nagelpflege:

 

  • Erst nach ca. 4 Wochen mit Hilfe einer Babynagelschere schneiden

  • Vorsicht wie besprochen: Verletzungsgefahr der Nagelhaut wenn zu früh geschnitten wird

  • Am besten die Nägel im Schlaf oder während dem Stillen schneiden

  • Kratzschutz nachts: Socken über Händchen ziehen

  • An den Fingern  rund schneiden, an den Zehen gerade

 

Haut:

  • Pfelge nach Bedarf - trockene Babyhaut mit Lotion oder Mandelöl (z.B. Primavera) pflegen
  • Wichtig ist der Sonnenschutz! Keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Im Sommer oder in den Bergen spezielle Sonnencremes für Babys verwenden

  • Sonnenschutzhüte, Sonnenschirme am Kinderwagen schützen zusätzlich

  • Im Winter bei sehr niedrigen Temperaturen die Haut vor Kälte durch eine reine Fettcreme schützen

 

Baden:

 

  • Zwei bis dreimal pro Woche

  • Wassertemperatur 37–38°C

  • ca. fünfzehn Minuten und anschliessend sanft abtrocknen um eine Auskühlung zu vermeiden

  • Eine Wärmlampe ist sehr sinnvoll (Vorsicht beim Föhnen!)

  • Ein milder Babybadezusatz ist bei trockener Babyhaut zu empfehlen, ansonsten reicht die Reinigung mit klarem Wasser

  • Babypflegecreme bei Bedarf (trockener Haut) verwenden oder mit Mandelöl massieren

  • Babys lieben es mit den Eltern zu baden: Handling einfacher, Vorsicht beim Ein- Aussteigen!

  • Mamis erst gemeinsam mit Baby baden wenn der Wochenfluss vorüber ist

 

 

Kleidung:

 

  • Neue Babywäsche zweimal vor dem ersten Tragen waschen um Färbemittel und andere Rückstände auszuwaschen

  • Anfangs sind Wickelbodys praktisch

  • Kleidung sollte aus 100% Baumwolle sein

  • Ob das Baby zu warm oder zu dünn angezogen ist lässt sich am Nacken testen

  • Die Füße sollten immer warm sein, Hände sind anfangs noch oft etwas kühl

  • Mützchen nur bei Kälte und Wind außer Haus anziehen, innerhalb von Räumlichkeiten oder nachts nie ein Mützchen aufsetzen!

 

 

Wickeln:

 

  • Die ersten Tage nach Geburt immer mit Wundschutzcreme Windelbereich pflegen um das Säubern von Mekonium zu erleichtern

  • Nachts muss nicht gewickelt werden, sobald nachts kein Stuhlgang mehr abgesetzt wird

  • Bei intakter Haut sind keine Cremes notwendig

  • Mädchen: immer von der Scheide zum After hin wischen, keine Seifen innerhalb der Schamlippen verwenden,  Po kbei Bedarf mit einer milden ph neutralen Waschseife reinigen

  • Jungen: Vorhaut (wie im Kurs besprochen) darf bis zum dritten Lebensjahr nicht zurückgeschoben werden, säubern darunter nicht notwendig (wenn die Kinder spielend die Vorhaut zurückschieben ist das in Ordnung)

  • Creme als Schutz nicht zu dick auftragen, Windel kann sonst den Urin nicht ausreichend aufnehmen

  • Zinkhaltige Cremes (weiche Zinkpaste) zur Förderung der Wundheilung bei nässenden, offenen Hautstellen im Windelbereich

  • Pilzinfektion: pickelige Haut, rote Punkte im Windelbereich

  • Bei wundem, geröteten Windelbereich viel Luft ran lassen - ohne Windel strampeln lassen - häufiges wechseln der Windel wichtig - evtl. Seideneinlagen verwenden

 

 

Körpertemperatur:

  • auf warme Füße achten, in den Nacken fassen um zu kontrollieren ob es nicht schwitzt, oder zu kühl anfühlt

  • Mützchen draußen bei Wind und Kälte anziehen

  • Nicht zu lange baden, rasch abtrocknen und am besten eine Wärmelampe benützen

  • Temperatur rektal messen

  • Die Körpertemperatur sollte zwischen 36,5° C und 37,5°C liegen

 

Zähne:

 

  • Die ersten Zähne kommen meist um den fünften, sechsten Monat herum

  • Anzeichen: starker Speichelfluß, herumkauen, beißen, rote Bäckchen, flüssiger Stuhl

  • Zahnen reduziert die Immunabwehr - dadurch erhöhte Infektanfälligkeit, leicht erhöhte Temperatur möglich

  • Bei Fieber, Ausschlag oder starkem Durchfall den Kinderarzt informieren

  • Hilfen: gekühlte Gummiringe, Zahnfleisch mit dem Finger massieren

  • Pflege: ab dem ersten Zähnchen täglich mit Lernzahnbürste an das Putzen spielerisch gewöhnen 

  • Ab 2. Lebensjahr zweimal täglich putzen

  • Kein Dauernuckeln durch Flaschen mit Tee oder Wasser - vor allem nicht mit gesüßten Flüssigkeiten

  • Frühzeitige Zahnarztbesuche am besten bei einem Kinderzahnarzt zur Aufklärung und zum Gewöhnen an die Untersuchung und rechtzeitiges Erkennen von Karies

Ernährung

 

Die optimalste Ernährung für ein Baby ist das Stillen bzw. bietet die Muttermilch!

Für einen guten Stillstart: Stillvorbereitung

Stillen ist das Beste für die Gesundheit von Mutter und Kind: INFO

Fläschchen:

 

  • für den Notfall empfiehlt es sich ein Fläschchen Zuhause zu haben

  • Es sollte der Brustform ähnlich sein (Lansinoh-Sauger)

  • Fläschchen sind gekennzeichnet ob BPA frei

  • Sterilisieren nicht notwendig - außer bei Frühgeborenen oder immunsupremierten Babys - auswaschen mit heißem Wasser und Spülmittel ausreichend

 

 

Schnuller:

 

  • Die ersten 4 bis 6 Wochen zurückhaltend den Schnuller einsetzen, erst wenn das Anlegen problemlos klappt den Schnuller geben – oder je nach Intensität des Saugbedürfnisses

  • Nicht gestillten Babys: Schnuller nach Saugbedürfnis auch gleich nach Geburt anbieten - Vorsicht wie im Kurs besprochen bei schläfrigen Babys in der ersten Zeit nach Geburt!

  • Saugerform: flacher Sauger, Orientierung an Aventform

  • Saugergröße: je kleiner desto schonender für den Kiefer, muss nicht mitwachsen

 

 

Milchersatznahrungen - wenn Stillen trotz Fachberatung (IBCLC oder zert. Stillberaterin) nicht möglich ist - oder wenn sich die Frau informiert dagegen entscheidet:

 

  • Pre- Babynahrung im ersten Lebensjahr

  • HA-Pre-Nahrung: hyperallergene Säuglingsnahrung, bei Allergievorkommen der Eltern empfohlen

  • Nahrung mit Zusatzbezeichnung 1,2 oder 3  sind nicht notwendig

  • Immer genau an die Zubereitungsanleitung der Verpackung halten

  • Zum Anrühren abgekochtes und auf 40° C abgekühltes Wasser verwenden

  • die Trinkmenge bestimmt das Baby ganz individuell: nach Bedarf füttern -nach den Sättigungssignalen des Babys richten: "ein gesundes Baby holt sich was es braucht!"

  • Fachlich fundierte Informationen zur Ernährung: INFO

 

Zucker:

 

Keine zuckerhaltigen Getränke wie gesüßte Tees oder Säfte: besser an WASSER gewöhnen

Beikost:

 

Nach der nationalen Handlungsempfehlung und den neuesten Erkenntnissen der Allergieprophylaxe wird der Start mit der Beikost unter Berücksichtigung der Reifezeichen des Babys im Zeitraum Anfang 5.Lebensmonat und spätestens Ende 7. Lebensmonat begonnen.

Es ist sinnvoll sich im 4. Lebensmonat des Babys darüber genauer zu informieren: HIER 

 

Besonderheiten

 

 

Hexenmilch:

  • Durch Hormone (wie besprochen im Kurs) kann es zu einer harmlosen Schwellung der Brust bei Mädchen und Jungen kommen

  • Keine Manipulation!  Kein Ausmelken!

  • Vorsichtig sein beim Aufnehmen des Kindes -nicht unter die Arme greifen sondern das Kind erst unter dem Kopf, dann unter den Po fassen und somit hochheben

  • Keine Bauchlage

  • Druck auf Schwellung ist schmerzhaft!

 

Storchenbiss:

 

In der Fachsprache Naevus Simplex genannt. Blassrote flache Flecken meist auf Stirn, Augenlidern oder im Nacken. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung und verschwinden meist bis die Kinder eineinhalb sind. Die Ursache ist eine Weitung von Blutgefäßen dicht unter der Hautoberfläche. Hält die Verfärbung länger als drei Jahre an, kann sie mit einem Laser entfernt werden.

Herpesinfektion

 

  • Bei einer Infektion der Eltern sind schon ab Entstehen eines Bläschens höchste Hygienemaßnahmen geboten! Folgen einer Ansteckung können beim Säugling schwerwiegend sein!

  • Kein Küssen!

  • Vor Kontakt mit dem Baby Hände waschen und desinfizieren!

  • Entsteht während der Stillzeit eine Erstinfektion bei der Mutter, muss die abgepumpte Milch bis zur Abheilung verworfen werden. Bei Zweitinfektionen darf weiter gestillt werden.

 

 

Soor- Pilzinfektion

 

Manchmal kommt es vor dass zusätzlich bei einer Windeltdermatitis sich die Haut mit einem Pilz infiziert. Die Haut bekommt dann rötliche, kleine Punkte oder Pickelchen. Dann ist eine Behandlung mit einer spezielle Salbe (z.B. Multilind) notwendig. Auch im Mund können weißliche Beläge und Pünktchen ein Hinweis auf eine Pilzinfektion sein, welche mit einer nystatinhaltigen Lösung behandelt werden muss.

 

 

Fieber

 

  • Leicht erhöhte Temperatur: 37,5° C bis 38,5° C

  • Fieber: ab 38,5° C

  • Fiebersenkende Mittel mit dem Kinderarzt absprechen

  • Bei Säuglingen mit Fieber immer den Kinderarzt kontaktieren

 

Neugeborenen-Exanthem:

  • Unregelmäßige rote Flecken mit kleinen hellen Stellen in der Mitte

  • Reaktion auf das stark geforderte Immunsystems nach der Geburt

  • Meist in der ersten Lebenswoche - verschwinden dann von selbst

 

 

Neugeborenen-Akne:

 

Durch die Hormone der Mutter die noch auf das Kind übergegangen sind und durch noch nicht ausgereifte Hautporen und verstopfte Talgdrüsen.

  • Nicht ausdrücken!

  • Keine Behandlung notwendig

  • Klingen meist bis zum 3. Monat von selbst wieder ab

 

 

Milien:

 

Sind kleine Neugeborenen-Mitesser, gelblich weiße Pünktchen meist auf der Nase. Durch angesammeltes Sekret in den Talgdrüsen. Sie verschwinden ebenfalls von selbst.

 

 

Hitzepickelchen:

 

Wenn Babys und Kleinkinder schwitzen können sie kleine Pickelchen besonders im Nacken und Brustbereich bekommen. Treten deswegen meist an heißen Sommertagen auf und auch oft in Verbindung mit Sonnencreme. Verschwinden von selbst.

Aufklärung "Plötzlicher Kindstod" - SIDS

 

Das unerwartete, unerklärliche plötzliche Sterben eines Babys, meist nachts im Schlaf.

Im Englischen Sudden Infant Death Syndrome = SIDS.

Gehäuft zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat und in den Wintermonaten.

 

Empfehlungen um das Risiko zu senken:

 

  • Nicht in der Umgebung des Kindes rauchen!!! Wichtigster Vermeidungsfaktor! Raucht die Mutter oder der Vater bis zu zehn Zigaretten am Tag, erhöht sich das Risiko um das dreifache! 

  • Wenn möglich sechs Monate stillen

  • In Rückenlage schlafen lassen

  • Babys sollten in einem Beistellbettchen mindestens das ganze erste Lebensjahr im Zimmer der Eltern schlafen (danach auch nach Bedürfnis des Kindes im Elternzimmer oder Elternbett)

  • Schlafen die Babys im Elternbett, bitte die Faktoren für „sicheres Co-Sleeping“ beachten

  • Schlafzimmertemperatur um 16-18 Grad

  • Der Kopf darf nicht bedeckt sein durch Kuscheltiere, Tücher oder Decken.

  • Schlafsack anziehen: 10 cm länger als das Baby - Halsumfang des Schlafsackes nicht größer als Kopfumfang des Babys

  • Feste, luftdurchlässige Matratze

  • Kein Schaffell im Bett! Führt zu Überhitzung!

  • Unterkühlung und Überhitzung vermeiden!

  • Im Schlaf kein Babymützchen anziehen

  • Sich von Kinderärzten informieren was im Notfall zu tun ist

  • Eltern eines gefährdeten Kindes sollten sich mit Wiederbelebungstechniken auseinandersetzen

  • Erste Hilfe Kenntnisse sind für alle Eltern sinnvoll

 

Info-Links:

Neues zum plötzlichen Kindstod

Wenn Babys viel weinen oder schreien:

 

"Drei Monatskolik"?

  • Blähungen sind meist nur ein Auslöser - aber selten ein Grund für unstillbares Schreien eines Säuglings

  • Trotzdem ist es immer sinnvoll, durch einen Kinderarzt organische Gründe ausschließen zu lassen

  • bei Verdacht auf Schmerzen oder Nahrungsmittelunverträglichkeit: Abklärung durch einen Kinderarzt

  • Blähungen als Grund für exzessives Schreien sind wissenschaftlich widerlegt

 

Gründe warum sich ein Baby nur schwer beruhigen lässt und viel schreit, haben wir im Kurs ausführlich besprochen, hier noch einmal zusammengefasst

  • wenig ausgeprägte regulative Fähigkeiten

  • "Reizoffenheit" und "Überreizung"

  • angeborenes, sensitives Temperament

  • Signale des Babys sind schwerer lesbar

  • Kreislauf: weniger Regulationsfähigkeit und dabei noch Reizoffenheit - führt zur Schwierigkeit sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden - dadurch Schlafmangel und Überreizung - Schreien - Eltern müssen Regulation übernehmen - große Herausforderung für die Eltern - braucht enorm viel Kraft und Geduld - je nach Umgebungsbedingungen und Entlastung durch soziales Umfeld - starke Belastung und Überlastung der Eltern - Eltern sind dann je nach verfügbaren Ressourcen, zusätzlichen Belastungsfaktoren und Resilienz in der Bewältigung dieser herausfordernden Phasen gefordert

  • Deshalb: Frühzeitige Hilfe und Unterstützung durch zertifizierte Fachpersonen

Sichtbare Reuglierungsfähigkeiten eines Kindes:

  • das Kind kann sich aktiv in einen körperlichen Zustand der Balance bringen (Hände zusammenführen, daran nuckeln, Fußsohlen aneinanderlegen, sich festhalten)

  • Bei Überreizung kann es seinen Kopf abwenden

  • es kann sich aus einem Zustand der Aktivität in einen Zustand der Entspannung bringen, um leichter Einschlafen zu können oder um sich kurz zu erholen

 

Diese gilt es zu unterstützen oder zu übernehmen, wenn es das Kind noch nicht kann - Unterstützung an den momentanen Bedarf des Kindes anpassen.

 

Integrative Eltern-, Säuglings-und Kleinkindberater (IESK-Berater):

  • klären auf - "Schuldentlastung"

  • helfen den Kreislauf zu brechen

  • geben individuelle, an die Bedürfnisse der Familie, systemisch angepasste Empfehlungen

  • zeigen hilfreiche, bewährte Strategien auf

  • begleiten über die die natürlichen herausfordernden Phasen der Entwicklung, der sogenannten "Touchpoints"

  • etablieren, wenn gewünscht, Hilfen zur Entlastung, z.B. durch Haushaltshilfe, Familien-Kinderkrankenschwester

  • "Familiy-Care-Sprechstunde" oder Kinderzentrum München

 

Aufklärung: "Schütteln" - "Schütteltrauma"

 

4000 Fälle von Kindesmisshandlung werden jährlich angezeigt. Die häufigste Misshandlung ist das Schütteln. Bei 30% der Babys endet es tödlich, die restlichen 70% leiden an lebenslangen Folgen. SBS „Shaken Baby Syndrom“ wird es in Fachkreisen genannt. Das Schütteln ist in den USA die häufigste Todesursache bei Babys. Die genaue Diagnose kann durch bildgebende Verfahren erstellt werden. Am häufigsten treten als Folge des Schüttelns Subduralhämatome / Blutergüsse unter der Hirnhaut auf welche bleibende Hirnschäden mit neurologischen Ausfällen wie Lähmungen, Sehstörungen und Krampfanfällen verursachen können und nicht selten bis hin zum Tod.

 

Frühzeitige Hilfe von außen wichtig!!!

​​

Erste Hilfe für Eltern durch Krisentelefon: 0800/7100900 (kostenfreie Rufnummer)

Freitag, Samstag, Sonntag von 19.00-22.00   

Intuitive Kompetenzen:

  • "Augengruß"

  • Aktivität und elterliche Impulserregung durch das Weinen oder Schreien eines Babys- Impuls zu trösten

  • der optimale Abstand (Gesicht Eltern-Kind) von 20 cm - exakt der Abstand in Stillposition

  • angepasste Stimmlage und Stimmmodelierung, "Lautieren" und "Nachahmen - Spiegeln"

  • Verbalisieren der Gefühlszustände des Kindes (....jetzt bist Du müde.....)

  • Mimik der Eltern spiegelt zusätzlich den Gefühlszustand des Kindes (wenn ein Baby weint und die Eltern sehen es an und lachen, wäre das sehr irritieriend......... zusätzlich z.B. beim Füttern: Eltern öffnen intuitiv den eigenen Mund während sie den Löffel vor den Mund des Babys halten )

  • Insgesamt das emotional abgestimmte, passgenaue "Mitschwingen" in der Interatkion mit dem Kind

   

 

 

                                                 

Schlafumgebung

„Alleinsein und besonders Alleinschlafen bedeutete während Hunderttausenden von Jahren der Evolution für Primaten- und Menschenbabys Todesgefahr – der Babyschlaf entwickelte sich in der Evolution mit höchster Wahrscheinlichkeit im Co-Sleeping-Kontext. Die Kinder aller höheren heutigen Primaten sind Traglinge (wie auch menschliche Babys) und schlafen dicht am Körper ihrer Mütter. Die Zusammensetzung der Muttermilch erfordert kurze Stillintervalle, das macht Co-Sleeping nicht nur wahrscheinlich und sinnvoll, sondern biologisch notwendig.

Das moderne Co-Sleeping-Baby befindet sich aus evolutionärer Perspektive also in einer „erwarteten Umgebung“. Atembewegungen und Herzschlag der Eltern stimulieren die noch unreifen Regulationssysteme der Neugeborenen. Die typische Schlafhaltung (Seitenlage face to face) scheint weltweit das üblichste Schlafarrangement für Mutter und Kind zu sein und ist vermutlich in Verbindung mit Stillen auch das sicherste.

Die Schutzwirkung des Stillens hängt u.a. mit der Hirnreifung zusammen, auch die Schlaf-Architektur ist bei Stillkindern physiologischer. McKenna schreibt: „Wenn Säuglinge allein schlafen, könnten ihr Schlaf, Atmung, Wärmeregulation und Aufwachmechanismen in Umgebungen funktionieren, für die sie im Lauf der Evolution nicht entwickelt wurden. In der Konsequenz haben möglicherweise manche Säuglinge, besonders wenn sie mit Defiziten geboren wurden, ein erhöhtes Risiko, an SIDS zu sterben, wenn der mütterliche Körper im Schlaf nicht präsent ist, um das zu bieten, was manche „physiologische“ (sensorische) Regulationsstimuli nennen.“

Co-Sleeping und Stillen fördern die leichtere Erweckbarkeit der Kinder. Unter sonst sicheren Bedingungen können die veränderten Schlafstadien 3 und 4 vorteilhaft für Kinder sein, die wegen eines vermuteten Aufwachdefizits stärker SIDS-gefährdet sind. Hier spielt auch die Reaktionsfähigkeit der Mutter eine wichtige Rolle; bei ihr sind die Tiefschlafstadien ebenfalls vermindert, und diese erhöhte Sensitivität erhöht die Chancen, in bedrohlichen Situationen einzugreifen.

Schlaf im gleichen Raum mit den Eltern senkt das SIDS-Risiko um 50% im Vergleich mit getrennten Schlafräumen, dies könnte mit der Stimulation durch die mütterliche Anwesenheit zusammenhängen (Vergleich Odd-Factor für Bauchschläfer im gleichen Raum 3,28 zu 16,99 Bauchschläfer allein). Das Risiko sinkt jedoch nicht, wenn Babys mit Geschwistern oder anderen Personen einen Schlafraum teilen, was eine aktive Rolle der Eltern nahelegt. Motivation und Absicht der Erwachsenen beim gemeinsamen Schlaf scheinen wichtig zu sein!

Auch wenn es immer wieder einige Todesfälle im Familienbett gibt, darf nicht vergessen werden, dass die allermeisten Kinder allein im Kinderbett an SIDS sterben! Und die meisten Fälle von Überliegen ereignen sich nicht in bewusst gewählten Still-Co-Sleeping-Beziehungen, sondern in urbaner Armut, wo oft multiple unabhängige Risikofaktoren zusammenkommen (z.B. Mutter raucht, dicke Kissen und Decken, andere Kinder oder andere Erwachsene mit im Bett, Schlafen auf ungeeigneten Unterlagen, Mutter erschöpft, Alkohol, Drogen etc.), wie mehrere Studien zeigen.

Selbst wenn ein Risiko beim Co-Sleeping unter sicheren Bedingungen existiert, schätzen es die Co-Sleeping-bejahenden Forschergruppen als gering ein, mit einem maximalen Risiko unter nichtrauchenden Müttern von <1 von 10.000 Kindern. Unter Eltern, die nicht rauchen, trinken oder Drogen nehmen, ist Co-Sleeping eine vernünftige und möglicherweise förderliche Option. Forscher und Organisationen wie die ABM appellieren an die AAP zur Überarbeitung ihrer Empfehlungen dahingehend, dass gemeinsames Schlafen nur bei beeinträchtigten Eltern oder ungeeigneter Unterlage ein Risiko darstellt. Vielleicht ist nicht gemeinsames Schlafen an sich gefährlich, sondern eher besondere Umstände, die dabei vorkommen. Einige davon könnten veränderbar sein, mit wichtigen Auswirkungen auf Sozialpolitik und Gesundheitserziehung.“ (Info / Zitat / Quelle: afs.stillen.de)

http://www.afs-stillen.de/index.php/rund-ums-stillen/lexikon/131-p-s/196-gemeinsam-schlafen-chance-oder-risiko

Empfohlene Links zum Thema Schlafumgebung:

"Co-Sleeping"

Regeln für sicheres Co-Sleeping

Sichere Schlafumgebung aus evolutionärer Sicht

Neues zum plötzlichen Kindstod

 

Empfehlung Bücher:

 

Babyjahre von Remo Largo

Schlaf gut Baby von Renz Polster

SAFE von Karl Heinz Brisch

Wie Kinder heute wachsen von Renz Polster

CHECKLISTE - AUSSTATTUNG

 

 

Babypflege

  • Windeln (2 Packungen Größe N / 3-4 Packungen 1er)

  • Feuchttücher sensitiv (keine Tücher auf Ölbasis)

  • Einmalwickelunterlagen für unterwegs / abwischbare, gepolsterte Wickelunterlage für Zuhause

  • dünne Baumwollwaschlappen

  • kleine Waschschüssel

  • weiche Haarbürste

  • Kinder-Fieberthermometer mit weicher Spitze (z.B. von reer)

  • Babynagelschere mit abgerundeter Spitze z.B. von Primax

  • Wasserthermometer (digital sehr praktisch, auch für Raumtemperatur zu verwenden)

  • Wundschutzcreme z.B. Hipp mit Mandelöl

  • Creme mit Zink z.B. Panthenol mit Zink

  • Babybadewanne

  • für später: Zahncreme (z.B. NeneDent)

 

 

 

Aus der Apotheke:

  • Gesichts, Körperpflege und Badezusatz wenn notwendig (z.B. von Eubos die Haut-Ruhe Serie oder Avene)

  • weiche Zinkpaste für offenen, nässenden Po

  • Fettcreme für den Winter (z.B. Linola, Bepanthen oder Avene cold creme..)

  • Sonnencreme speziell für Kinder Faktor 50

  • Multilind-Salbe für Pilz/Soor

  • Nasentropen für Babys

  • NaCl 0,9% in 2 ml Ampullen

  • weiche, sterile Fliesskompressen

  • fiebersenkendes Mittel in Form von Zäpfchen ( mit Rezept vom Arzt, denn es muss auf das Gewicht des Babys angepasst sein)

  • Octanisept (Schleimhautdesinfektionsmittel)

  • Zäpfchen für den Notfall z.B. bei Pseudokrupp oder Allergie/Bienenstich mit dem Kinderarzt besprechen oder sich im Kindernotfallkurs informieren

 

AUSTATTUNG:

 

Baby:

  • Wickelbodys

  • Strampler mit oder ohne Arm

  • Baumwollmützchen oder im Winter Wollmützchen für draußen

  • ein dünnes, ein wärmeres Jäckchen

  • Daunen-Schlafsack (Halsausschnitt kleiner als der Kopfumfang!!)

  • Babybay oder ein großes anstellbares Kinderbett

  • Autositzschale (wenn der Sitz wegen Airbag nur hinten im Auto möglich ist, empfehle ich einen Rückspiegel an der Kopflehne anzubringen zB. von reer)

  • Kinderwagen

  • Tragetuch bis ca. 6. Lebensmonat (z.B. elastisches Tragetuch von Hoppediz)

  • Tragehilfe ab dem 5. Lebensmoat (z.B. von Ergobaby)

  • Wickeltisch mit Absturzsicherung

  • Stubenwagen oder Laufstall für den Bereich Wohnzimmer/Küche

  • leichte Decke oder besser Pucksäckchen für tagsüber

  • 1 Fläschchen (Weithalssauger z.B. Lansinoh) und Babynahrung (Pre-Nahrung) für den Notfall

  • Schnuller (flacher Sauger z.B. Avent)

  • evtl. im Winter Schaffell für Kinderwagen (unbedingt Fellwaschmittel dazu besorgen)

  • Sonnenschutz (Sonensegel) und Regenschutz für den Kinderwagen (im Sommer auch ein Netz für Mücken- und Bienenschutz)

  • Stoffwindeln als Spucktücher

  • Moltontücher als Schutz unter den Kopf z.B. im Kinderwagen oder Stubenwagen

  • Babymatratze mit Bezug

  • Wickeltasche für unterwegs

 

Praktisch auf Reisen:

Bettschutzgitter

 

 

Mama:

  • Still BH erst nach der Geburt kaufen, da sich die Brust unterschiedlich entwickeln kann

  • für die Klinik ein dehnbares Stilltop und Bustier

  • Stilleinlagen: bevorzugt Seide, Silikon zum Schwimmen (Lilly Pads)

  • dünne Slipeinlagen, da es in der Klinik nur die richtig dicken Einlagen gibt

  • Stillkissen von Babywild

  • Stilltaugliche Kleidung

  • Bellybelts die in der Schwangerschaft als Shirt-Verlängerung dienen zum Känguruhen (kuscheln Haut auf Haut) mit in die Klinik nehmen

  • auch ein kleines Nachtlicht ist praktisch für die Klinik

  • bei Bedarf sehr wohltuend für gereizte Brustwarzen (Multimam-Kompressen)

Sonstiges:

  • Babyphone z.B.(AngelCare)

  • Handmilchpumpe oder elektrische je nach Bedarf (zeitweise mit Begründung kann auch eine Pumpe verschrieben und in der Apotheke ausgeliehen werden)

  • Becher zur Aufbewahrung von Muttermilch oder zum Einfrieren

  • Fläschchenwärmer nicht unbedingt notwendig - im warmen Wasserbad  kann Milch auch erwärmt werden

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